3 in 1 Gelenkformel

 

Die wichtigen drei Zutaten von Artrofit so einfach wie möglich kurz erklärt.

 

Glucosamin – Grundbaustein

der Proteoglykane

D-Glucosamin ist ein Aminozucker, der überwiegend als D-Glucosaminsulfat, D-Glucosaminhydrochlorid oder seltener N-Acetyl-D-Glucosamin erhältlich ist. Die meisten Studien wurden mit der Sulfatform durchgeführt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt (August 2009) sind in der Medline-Datenbank lediglich zwei randomisierte doppelblinde Studien bei radiologisch nachgewiesener Arthrose mit Glucosaminhydrochlorid als Monosubstanz publiziert. Zahlreiche Studien mit weniger harten Kriterien sowie Anwendungsbeobachtungen sprechen hingegen für eine Wirksamkeit bei Arthritis. Der Einbau von Glucosamin in den Knorpel wurde mit lsotopentechnik nachgewiesen. Nach oraler Applikation von Standarddosen können im Plasma und der Synovia jedoch nur verhältnismäßig niedrige Wirkstoffspiegel erreicht werden. Diese reichen vermutlich nicht, damit Glucosamin als Substrat für die Biosynthese der Knorpelmatrix genutzt werden kann. Vermutlich spielen also andere Wirkmechanismen eine Rolle. Eine Erklärung könnte die Senkung der proinflammatorischen Zytokinproduktion sein. Glucosamin ist der Hauptbaustein für die Synthese der Proteoglykane. Alle wichtigen Aminozucker der Proteoglykane werden ausgehend vom Glucosamin synthetisiert. Auch die Hyaluronsäure als Rückgrat der Proteoglykankette sowie als Bestandteil der synovialen Gelenkflüssigkeit wird aus Glucosamin gebildet. Experimentelle Laboruntersuchungen belegen vielfältige Wirkmechanismen: In fast allen Studien ist die verabreichte Dosierung dreimal täglich 500 mg. In Langzeitstudien über drei Jahre konnte gezeigt werden, dass die weitere Gelenkspaltverschmälerung aufgehalten werden konnte, während sie unter Placebo weiter voranschritt. Glucosamin verbessert außerdem die Symptomatik, gemessen anhand des WOMAC- oder Lequesne lndex, es verringert  den Schmerz und erhöht die Mobilität des Patienten. In Schmerz-Studien mit lbuprofen als Vergleichssubstanz war Glucosamin überlegen oder zumindest ebenbürtig bei besserer Verträglichkeit. Die GUIDE-Studie (Glucosamine Unum-in-Die [Once a Day ] Efficacy) ist die jüngste randomisierte placebo-kontrollierte Studie, welche die Wirksamkeit von Glucosaminsulfat bei 318 Arthrosepatienten über sechs Monate bestätigt. Die GAIT-Studie (Glucosamine/Chondroitin Arthritis lntervention Trial) aus dem Jahr 2006 mit 1.583 Patienten über 24 Wochen hat keine Wirksamkeit von Glucosamin in der Hydrochloridform zeigen können. Lediglich in der Kombination mit Chondroitinsulfat und bei Patienten mit mittleren bis starken Gelenkschmerzen war Glucosaminhydrochlorid wirksamer als Placebo. Eine andere Studie, in der Glucosaminhydrochlorid über zwei Monate verabreicht wurde, konnte keine Wirksamkeit bescheinigen. Vermutlich spielt das Vorhandensein von Schwefel in der Verbindung eine Rolle für die Wirksamkeit.

Dieser wird von Glucosaminsulfat und Chondroitinsulfat jedoch nicht von Glucosaminhydrochlorid oder N-Acetyl-Glucosamin bereit gestellt. Schwefel ist ein wichtiger Bestandteil für die Stabilität des Bindegewebes. Experimentelle Studien mit markiertem Schwefel oder Studien, in denen man den Schwefelgehalt künstlich verknappt oder variiert, zeigen, dass die Proteoglykanbiosynthese vom Schwefelgehalt abhängig ist.

 

 

 

Chondroitin verbessert

die Beweglichkeit

Das Glykosaminglykan Chondroitin ist wie Glucosamin ein wesentlicher Bestandteil des Proteoglykan lm Gegensatz zu Glucosamin ist Chondroitin ein hoch molekulares und langkettiges Zuckermolekül mit unterschiedlichen Kettenlängen, bestehend aus alternierenden Glucuronsäure-und N-Acetyl-Galaktosamin-Einheiten mit unterschiedlichem Gehalt und unterschiedlichen Positionen an Schwefelatomen.

Das Molekül ist vergleichsweise riesig. Es ist zu groß, um wirklich vollständig resorbiert werden zu können. Diese Eigenschaft bringt ihm zahlreiche pharmakologische Gegner und Zweifler ein. Gern wird der Vergleich mit lnsulin herangezogen, das oral genommen wirkungslos wäre. Dieser Vergleich hinkt jedoch. Damit das Hormon lnsulin wirken kann, muss es unversehrt am Wirkort ankommen und wird gespritzt. Chondroitinsulfat wird nur zu einem geringen Teil intakt resorbiert. Da der Körper aus Bruchstücken neue Chondroitinketten aufbauen kann, ist dies für die Wirksamkeit unerheblich. Die Wirkmechanismen sowie Verträglichkeit sind mit denen des Glucosamin vergleichbar, dass die schmerzstillende Wirkung von Chondroitin länger anhält. Chondroitin verbessert in zahlreichen randomisierten Studien in einer Dosierung von 800-1200 mg die Symptomatik und Beweglichkeit arthrotischer Gelenke. Der Knorpelabbau wird gebremst, die Kniefunktion und der Schmerzmittelverbrauch konnten verbessert werden. Eine Meta-Analyse bekräftigt die Wirksamkeit von Chondroitin. Bei Fingergelenkarthrosen ist Chondroitin ebenfalls wirksam, wie eine Studie mit 119 Patienten belegt. Im Vergleich zu Placebo konnte mit dreimal 400 mg Chondroitinsulfat über drei Jahre eine Verschlimmerung der Arthrosen verhindert werden. Neuerkrankungen gesunder Gelenke waren in beiden Gruppen jedoch gleich. Eine Studie mit Chondroitinsulfat im Vergleich zu Diclofenac zeigt, dass die schmerzstillende Wirkung von Chondroitin länger anhält.

 

 

 

Kollagen: Knorpelstütze

Das in Arzneimitteln enthaltene langkettige Faserprotein Kollagen besitzt dieselbe Aminosäurestruktur wie das Kollagen im Gelenkknorpel. Es enthält besonders viel von den Aminosäuren Glycin und Prolin. Kollagenhydrolysat ist ein idealer Baustofflieferant für den Gelenkknorpel. In Laborversuchen mit kultivierten Knorpelzellen konnte eine spezifische Stimulierung der eigenen Kollagensynthese und des Knorpelstoffwechsels durch die Gabe von Kollagenhydrolysat nachgewiesen werden. Die chemische und galenische Aufbereitung der Substanz bestimmt die Wirkung des Nahrungsergänzungsmittels maßgeblich ! Die Gabe von nativem unverdautem, Kollagen ist wirkungslos, es muss sich um eine hydrolysierte Verbindung handeln. Oral verabreichte Kollagenhydrolysate scheinen in hochmolekularer Form resorbiert zu werden. Bislang ging man davon aus, dass die Peptide im Magen-Darm Trakt grundsätzlich in die einzelnen Aminosäuren zerlegt werden und diese anschließend in die Zirkulation gelangen. In Experimenten wurde gezeigt, dass markiertes Kollagenhydrolysat tatsächlich im Gelenkknorpel ankommt und akkumuliert. Eine Verbesserung arthrotischer Symptome durch Kollagenhydrolysat wurde auch in klinischen Studien am Menschen beobachtet. In einer kontrollierten Doppelblindstudie an 52 Arthrosepatienten konnten Adam et al.die Wirksamkeit von Kollagen  belegen. Durch die Gabe von 10g Kollagenhydrolysat über zwei Monate wurde der Schmerzstatus sowie der Analgetikaverbrauch signifikant gesenkt. Eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde und Placebokontrollierte Studie von Moskowitz (2000) mit 389 Patienten konnte in einer Studiengruppe eine schmerzlindernde Wirkung und Verbesserung der Gelenkfunktion belegen. In der Gesamtstudienpopulation trat die Wirkung nur bei den Patienten ein, die zu Studienbeginn schwerwiegendere Symptome hatten. In zwei weiteren randomisierten Placebo-kontrollierten Studien von Carpenter et al. wurden 190 Patienten mit einer leichten Arthrose bzw. 102 Patienten mit einer schwerwiegenden Arthrose mit 10 g Kollagenhydrolysat über 14 Wochen behandelt. In beiden Studien wurde die Gelenkstärke und -funktion mittels isometrischer und isokinetischer Messungen ermittelt. Auch hier zeigte sich eine eindeutige Verbesserung der Kraftentwicklung des arthrotischen Gelenks nach Einnahme von Kollagenhydrolysat.