Diätetische Chondroprotektion

Knorpelschäden und Arthrose stellen die häufigste Problematik in Gelenken des Menschen mittleren und höheren Alters dar. Schätzungsweise 1/3 der Menschen über 45 Jahre in der westlichen Welt klagen über Knorpelveränderungen. Bisher gibt es keine kausale Behand-

lungsmöglichkeit der Arthrose. Physio-therapeutische Maßnahmen gekoppelt an klassische schmerzlindernde und entzündungshemmende Substanzen wie NSAR und Kortikosteroide sind z.Z. die meiste Therapieoption. Aufgrund der unerheblichen Nebenwirkungen der analgetischen und antirheumatischen Präparate lohnt die Ausschau nach geeigneten und vor allem gut verträglichen Alternativen. Für gesunde Gelenkfunktionen spielt vor allem der Ernährungsstoffwechsel der Gelenkknorpel eine bedeutende Rolle, auch für eine zureichende

Bildung von Gelenkschmiere. Eine angemessene Bereitstellung von Gelenk-

und Knorpelbausteinen, wie Kollagen sowie Glucosamin und Chondroitin dient der Prävention und Aufrechterhaltung gesunder und funktionstüchtiger Gelenke und Knochen.

In einer Metaanalyse1  aus dem Jahre 2010 wird von positiven Behandlungsergebnissen durch die

Supplementierung von Glucosamin und Chondroitin berichtet. Zwischen 2000 und 2004 wurde in

Frankreich, Belgien, Österreich, Schweiz und USA) im Zuge einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie2  die Wirksamkeit der Therapie mit Chondroitinsulfat an 622 Patienten im Alter zwischen 45 und 80 Jahren mit Gonarthrose untersucht. Das Ergebnis: Die diätetische Therapie mit Chondroitinsulfat führte zu einer raschen und andauernden Verbesserung der Symptome und war dabei sehr gut verträglich: Chondroitinsulfat wurde so gut vertragen wie Placebo.

1.Lee YH et al, Effect of glucosam. or chondroi-

tinsul. an the osteoarth. progression: a metaana-

lysis, Rheumatot int. 2010 Jan; 30(3):357 – 63.

2.Kahan A et al. Longterm effects of chondroi-

tins 4 and 6 sulfate on knee osteoarthritis. The

study on osteo arthritis progr. prevention, a two-

year, randomized, double-blind, placebocontrol.

trial. Arthritis & Rheumatism 2009; 60: 524-533.

Allgemeines findet sich zu den Bausteinen in Fachpublikationen, wie dem Praxishandbuch Functional Food (Herausgeber Prof. Helmut Erbelsdorfer und Prof. Alfred Hagen Meyer) in einem eigenen Kapitel (10.6) auf über 27 Seiten zu Glucosamin und seine Bedeutung für Gelenke und Knochenaufbau unter Bezugnahme auf ein Literaturverzeichnis von 106 Schriften. Darin schreibt der Autor Prof. Olaf Adam, Walther-Straub-Institut, Ernährungsmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München: „…. alle medikamentösen Therapien bedürfen auch einer Ergänzung durch die geeignete Ernährungstherapie. Diese wird meist unzureichend realisiert. Neben den bekannten Faktoren wie Gewichtsnormalisierung und ausreichende, aber nicht exzessive Bewegung, sind Faktoren der Knorpelgesundheit wie Glucosamin und Chondroitin von Bedeutung, die in der Kost von Risikogruppen meist unzureichend enthalten sind (S. 1).“